
Der SV Lippstadt 08 ist in die Regionalliga aufgestiegen! Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Wenn man aber die Berichterstattung zum Aufstiegsspiel im münsteraner Vorort Gievenbeck verfolgt, muss man ja denken, dass ein großer Haufen von Lippstädter Chaoten diesen Moment zerstören wollte. Da ich selber Insasse einer der Fanbusse war, in dem 50 gewaltbereiten Lippstädter gewesen sein sollen, hat mich diese falsche und erneut unreflektierte Berichterstattung des Patrioten entsetzt und enttäuscht.
Laut Pressemitteilung der Polizei lag im Vorfeld bereits die Information vor, dass aus Lippstadt zwei Fanbusse mit insgesamt 50 gewaltbereiten Fans anreisen würden. Noch zudem habe man Erkenntnisse, dass Münsteraner Hooligans nach Gievenbeck kommen würden, um eine gewaltsame Auseinandersetzung mit den Lippstadt-Fans zu suchen.
Mir stellt sich jedoch die Frage, warum, wenn dies doch im Vorfeld bereits bekannt war, bei der Ankunft der zwei Fanbusse gegen 14.50 Uhr mit jeweils 50 Personen, sowie den 20 bereits vor dem Stadion wartenden Lippstadt-Fans, nicht ein Polizist in Uniform in oder am Stadion zu sehen war.
Nachdem alle Lippstädter im Stadion waren, wurde hinter dem rechten Tor ein Preußen-Fan entdeckt, der angesichts der vielen Lippstädter eifrig am telefonieren war. Daraufhin vermehrten sich die Münsteraner, sodass bis zur Halbzeit ca. 20 Preußen vor den Stadiontoren warteten. Erst jetzt erschien die Polizei, welche scheinbar aufgrund der Situation herbeigerufen wurden. Die Polizei sorgte dann dafür, dass die Fans von Preußen Münster des Platzes verwiesen wurden.
Ich bin auch enttäuscht, dass in keinem der Presseberichte erwähnt wurde, dass von den 10 Platzverweisen und 15 Identitätsfeststellungen kein einziger Lippstädter betroffen war.
Auf die Spitze treibt es dann aber die WN (Westfälische Nachrichten). So schreibt Jörn Wenge für das Blatt doch tatsächlich, ich zitiere: „Die Polizisten waren ausgerückt, weil sich im Vorfeld eine Gruppe gewaltbereiter Fans aus Lippstadt angekündigt hatte. Gleichzeitig, so hieß es von der Leitstelle, hätten eigene Recherchen ergeben, dass auch gewaltbereite Hooligans aus Münster auf dem Weg sein könnten. Pyro-Technik bei den Lippstadt-Fans belegte diese Theorie, doch glücklicherweise reichte die Polizei-Präsenz, um Schlimmeres zu verhindern.“
Wie ich bereits aufgelistet habe, sind die Behauptungen, im Vorfeld hätten sich gewaltbereite Fans aus Lippstadt angekündigt und dass auf diese Informationen reagiert wurde, falsch. Auch die Behauptung, dass „eigene Recherchen“ etwas ergeben hätten, ist sehr fragwürdig, da die Staatsmacht ja dann doch herbeigerufen werden musste. Mein Hauptaugenmerk liegt hier aber auf der Passage, die besagt, dass die Gewaltbereitschaft der Lippstädter Fans durch das Abbrennen von Pyrotechnik belegt wurde. Hier werden doch Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich bestätige doch auch nicht, dass ich Hunger habe, indem ich ein Glas Wasser trinke.
Schade, dass der Patriot und auch das Hellweg-Radio diese Meldungen weiterleiten, obwohl sie eigentlich die nötigen Kontakte zum Verein hätten um die Informationen zu prüfen.
Die Polizei hat gelogen, um die eigenen Versäumnisse im Vorfeld dieses Spiels zu vertuschen! Anders kann ich mir die de facto falsche Informationsweitergabe der Polizei nicht erkären. (Nachzulesen auf http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11187/2475451/pol-ms-polizeipraesenz-verhindert-ausschreitung-bei-der-fussball-oberliga-begegnung-1-fc-gievenbeck/gn )
Mit freundlichem Gruß,
Fanszene Lippstadt











